Eine erstaunlich gut erhaltene mittelalterliche Ruine, die noch immer zahlende Gäste empfängt.
Wer schon immer wie ein Gefangener zur Zeit der aragonesischen Könige übernachten wollte, ist hier genau richtig. Die Zimmer bieten authentisches Kerkerambiente: durchgelegene Matratzen, übel riechende Kissen, Rost, Schimmelflecken an der Decke, eine unhygienische Duschvorhang-Garnitur und bedenklich aussehende Steckdosen. Kühlschrank, Wasserkocher und Moskitonetze fehlen – vermutlich würden solche Luxusartikel die historische Atmosphäre zerstören.
Ein besonderes Erlebnis: neun Stunden lang kein fließendes Wasser (7–16 Uhr). Keine Vorwarnung, keine Informationen, kein Trinkwasser und keine Hilfe seitens des Personals. Auf E-Mails wurde nicht reagiert. Selbst wenn Wasser vorhanden war, roch und schmeckte es so unangenehm, dass ich meine Zähne mit Mineralwasser putzen musste.
Die Zimmerreinigung blieb zwei Tage aus. Erst auf Nachfrage erfuhr ich, dass man den Schlüssel an der Rezeption abgeben muss. Diese geheime Hausregel wurde beim Check-in leider nicht verraten.
Das Frühstück erinnert an einfachste Kantinenverpflegung: Croissants mit der Härte von Ziegelsteinen, Kaffee mit dem Aroma von Sumpfwasser und ungekühlte, unbedeckte Wurst- und Käseplatten – ein großzügiges Buffet auch für die örtliche Insektenwelt.
Der einzige Lichtblick ist der wunderschöne Strand La Cinta, nur fünf Gehminuten entfernt. Dort kann man wenigstens baden, wenn im Hotel wieder das Wasser